Die Gefahr des politischen Islam – Vortrag mit Lale Akgün

Freitag, 12. September 2014, 20 Uhr , DAI Heidelberg

In Kooperation mit den Säkularen Humanisten freut sich der AK der Heidelberger Laizist*innen auf einen weiteren Programmpunkt zur islamischen Religionskultur. Damit knüpfen wir an den Diskussionsabend zu „Islam – made in Germany“ an und möchten die Fragestellung vertiefen, ob eine Lobbypolitik zugunsten bestimmter islamischer Verbände und Strömungen zukunftsweisend ist?140912_Akguen

Podiumsdiskussion: Islam made in Germany

Grundsätzlich gilt es zwischen dem Islam als Religion, der jeweiligen Herkunftskultur und einer politischen wie sozialen Identität zu unterscheiden.

Oft wird der Eindruck vermittelt, dass in Deutschland zirka vier Millionen Muslime leben, die aus unterschiedlichen Ländern stammen. Umgekehrt ergibt sich jedoch die Tatsache, dass in Deutschland viele Menschen aus Ländern des Balkan, der Türkei, Tunesien, Marokko, den arabischen Staaten, Indoesien etc. leben, von denen viele Muslime sind. Unterschlagen wird durch diese Gleichsetzung von Religion und Herkunft, dass nicht alle eine religiöse Praxis und Bindung zu ihrer heimatlichen Religionskultur pflegen.

Es ist gut, dass Lale Akgün den politischen Islam betont, der von aggressiver Lobbyarbeit bis hin zu politischem Islamismus reichen kann und vor allem den Interessen bestimmter Organisationen und Verbände geschuldet ist.

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Islam laizistisch und liberal? Eindrücke vom Abend mit Luay Radhan

Am Montagabend haben die Laizist/innen in der SPD Heidelberg zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Islamwissenschaftler Dr. Luay Radhan eingeladen. Im Bibliothekssaal des Deutsch-Amerikanischen Instituts Heidelberg diskutierten rund 30 Gäste mit Radhan über die Quellen und die möglichen Formen eines liberalen – und laizistischen – Islam im 21. Jahrhundert.

Ein vor der Veranstaltung entstandenes Interview wird bald veröffentlicht – online oder in Print.

Hier findet Ihr erste fotografische Eindrücke des spannenden Abends im DAI.

Islam Made in Germany: Anerkennungspolitik oder Staatsislam!?

Die Podiumsdiskussion am 05. Juni, 20 Uhr, DAI Heidelberg

PoDi_Islam_Web_Seite_1Schon August Bebel wusste über die „mohamedanisch-arabische Kulturperiode“ allerhand Gutes zu berichten. Sie stellte für ihn eine Brücke zwischen den antiken Kulturen Europas und der Neuzeit dar, denn der Orient galt, auch bedingt durch romantische und ideologische Motive, als Ursprungsort der Religionen und zugleich Bewahrungsort der griechischen Philosophie und des antiken Denkens. Ganz im Gegensatz zu aktuellen Vorstellungen über eine unaufgeklärte islamische Kultur  und Fundamentalismen im politischen Islam, war für ihn gerade ein „christliches Abendland“ von den Überlieferungen aus dem Osten inspiriert worden.

„So geschah es, daß schon frühzeitig und zu einer Zeit, wo das christliche Abendland noch in tiefster Barbarei lag und die wildeste Verfolgung gegen jeden ins Werk sezte, der da wagte, an den Kirchendogmen zu zweifeln, oder der Studien oblag, welche in ihren Erfolgen die Glaubenssätze anzutasten drohten, das mohammedanische Reich eines hohen Maßes von Geistesfreiheit und Kultur sich erfreute, und der Orient es war, der dem in finstere Glaubensnacht versunkenen Abendland die Leuchte der Erkenntnis überreichte.“

August Bebel, 1883

Lange nach Bebels Thesen existieren jedoch nicht erst seit dem 11. September 2001 gegenüber der größten Minderheitsreligion in Deutschland immer noch viele Vorbehalte. Unter dem Begriff der Islamophobie versammeln sich Fremdenangst, die Unwissenheit über islamische Religionskulturen und soziale Vorurteile. Schnelle Schlagzeilen machen islamistischen Fundamentalisten, mögliche Terroranschläge und radikalen Salafisten.

Religionspolitisch wird die Anerkennung der islamischen Religionsgemeinschaften als Teil der Gesellschaft ebenso vorangetrieben, wie Wissenschaft und Medien über ihre Religionskultur aufzuklären versuchen. Die zahlreichen Islamkonferenzen, die Einrichtung islamischer Zentren an deutschen Hochschulen wie Münster und Tübingen und die Anerkennung islamischen Religionsunterrichtes in mehreren Bundesländern, sprechen für einen Islam – Made in Germany.

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Stellungnahme zum Antrag der Jusos Neckar Odenwald: Staat und Religion trennen!

Der Heidelberger AK der Laizist*innen in der SPD begrüßt und unterstützt den Antrag des Juso-KV Neckar-Odenwald. In ihm werden die wichtigsten Punkte und Forderungen vertreten, die für eine laizistische Politik im Sinne von Religions- wie Weltanschauungsfreiheit sowie der Gleichbehandlung der Überzeugungen eine Rolle spielen.

Für uns ist es wichtig zu betonen, dass die Pluralität hinsichtlich der Religionen und auch der christlichen Überzeugungen zugenommen hat und eine einseitige Politik zugunsten bestimmter Religionsgesellschaften keine zukunftsgewandte Politik darstellt. Faire Bedingungen in Sachen Anerkennung, Beteiligung am politischen Geschehen, dem Arbeitsrecht sowie ein neutraler Ethik- und Religionskundeunterricht, sind für uns wichtige Wegmarker in die säkulare, multireligiöse und plurale Gesellschaft.

Wir stimmen zwar der Begründung hinsichtlich der „ideengeschichtlichen Verwirrung“ in der Sozialdemokratie nicht völlig zu, aber halten die Forderungen für eine Möglichkeit wieder an ideologiekritische Momente der sozialdemokratischen Geschichte
anzuknüpfen. Wir lehnen eine dezidiert antireligiöse Haltung ebenso ab, wie eine naiv religionsbezogene, unkritische Politik.

Wir freuen uns, wenn sich weitere Juso-KVs dem Antrag anschließen und eine breite Debatte entsteht, die deutlich macht, dass Religions- und Weltanschauungspolitik nicht alleine den Lobbyisten der betroffenen Religionsgesellschaften überlassen werden darf. Deshalb rufen wir alle Jusos dazu auf, den Antrag zu debattieren und zur Abstimmung zu bringen, damit sich die LDK entsprechend damit befassen kann.

Staat und Religion trennen- Laizismus Antrag

Vortrag: Grundprinzipien des islamischen Liberalismus

Montag 26. Mai 2014, 20 Uhr, DAI Bibliothek

Der politische Islam wird zumeist als fundamental und anti-laizistisch dargestellt. Für viele liberale Muslime ist jedoch die Trennung von Politik und Staat kein Widerspruch zu einem aufgeklärten Islam. Wir möchten im Gespräch mit Islamwissenschaftler Luay Radhan die Grenzen und Möglichkeiten des islamischen Liberalismus hinsichtlich der Laizität diskutieren.

Der Abend dient der Einführung in die Thematik um einen „Islam – made in Germany“, die wir gemeinsam mit dem DAI, den Säkularen Grünen und der Muslimischen Studierenden Gemeinde am 05. Juni veranstalten.

http://dai-heidelberg.de/de/veranstaltungen/islam-made-germany-7407/

„Wen wundert es, dass die meisten Menschen hierzulande den Islam nicht unbedingt mit dem Wort “liberal” in Verbindung bringen, wenn die Massenmedien diese Religion größtenteils mit negativen Etiketten belegen? In diesem Vortrag sollen dagegen die Eckpfeiler einer Strömung erläutert werden, die man als ‚islamischen Liberalismus‘ bezeichnen kann und die viel zu häufig übersehen wird, auch von MuslimInnen“

Luay Radhan studierte Anglistik, Politik- und Islamwissenschaft in Heidelberg und Umass Boston. Seine Mutter kommt aus Heidelberg und sein Vater aus Saudi-Arabien. Über den „Islamischen Laizismus“ promovierte er an der Universität Marburg.

http://luayradhan.blogspot.de/

Gebt Bewegungsfreiheit! 7 Gründe gegen religiöse Feiertagsgesetzgebungen

Die Laizistinnen und Laizisten in der SPD Heidelberg fordern die Änderung der Feiertagsgesetzgebung in Baden-Württemberg. Wir machen uns stark, im Geist von Toleranz und Aufklärung, für die Abschaffung religiöser Verbote und Einschränkungen an bestimmten Feiertagen, wie etwa das Tanzverbot an Karfreitag.
Sieben Gründe sprechen für eine Reform der Feiertagsgesetzgebung:
  1. In Baden-Württemberg leben immer mehr konfessionsfreie Menschen sowie Bürgerinnen und Bürger mit nicht-christlichem Hintergrund. Auch unter den Kirchenmitgliedern ist die Zahl der Gläubigen gering, was die geringen Gottesdienstbesuche belegen. Die Verbote sind also ein Relikt des Staatskirchentums der Vormoderne.
  2. In einer Republik kann keine religiöse Gruppe anderen Menschen ihre Gebote aufzwingen.
  3. Die aktuelle Regel privilegiert einseitig die christlichen Kirchen. Wir fordern Rechtsgleichheit.
  4. Generelle Tanzverbote sprechen für eine bestimmte theologische Auffassung, die Unterhaltung, Freude und Geselligkeit für unvereinbar mit Gedenken und Trauer erklärt. Eine solche Deutung religiöser Erfahrung ist dogmatisch.
  5. In anderen Bundesländern und einer großen Zahl europäischer Staaten existieren religiös motivierte Ver- und Gebote an Feiertagen nicht. Das verursacht keine Probleme.
  6. Die geltenden Gesetze schützen die freie Religionsausübung ausreichend. Sonderprivilegien oder Schutzzonen für einzelne Religionen sind nicht nötig.
  7. Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch an diesen Tagen ihr soziales und privates Leben frei gestalten können – ob mit oder ohne Christentum.

Wir fordern die Landesregierung auf, in diesem Sinne bei der anstehenden Neuregelung der Feiertagsgesetzgebung tätig zu werden.

Stellungnahme mit den Jusos für bunte Bildungspolitik und gegen Homphobie

Der AK Gender der Jusos Heidelberg und die sozialdemokratischen Laizistinnen in der SPD Heidelberg widersprechen der religions-ideologischen und homophoben Stimmungsmache gegen den neuen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung. Ein Bildungsaspekt von Aufklärung und Darstellung sexueller Vielfalt und „bunter“ Lebensverhältnisse ist noch lange keine „Ideologie des Regenbogens“.

https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens

Bedenken gegenüber einer drohenden Erziehung zu bestimmten sexuellen Identitäten lassen außer acht, dass Sexualität nicht einfach anerzogen werden kann. Diverse diskriminierende Versuche dies psychologisch und pädagogisch anzugehen, sind bis dato ebenso gescheitert, wie eine wissenschaftliche Legitimation von religiös-ideologischen Ehe- oder Beziehungsidealen.

Eine Petition für das Vorhaben im neuen Bildungsplan mehr für die sexuelle Aufklärung zu tun und Wissen über sexuelle Identitätsbildung pädagogisch zu vermitteln, hat bereits in kurzer Zeit über die Hälfte der Stimmen der Petition gegen den Bildungsplan erreicht. Tendenz steigend!

https://www.openpetition.de/petition/online/gegenpetition-zu-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens

Komplette Stellungnahme: Jusos HD_Stellungnahme idpet_17012014

Die Analyse der Äußerungen der Landeskirchen in Baden-Württemberg und ein Kommentar zur „heiligen Familie“ gibt es auf dem laizistischen Landesblog:

http://laizistenspdbw.wordpress.com/2014/01/20/landeskirchen-widersprechen

http://laizistenspdbw.wordpress.com/2014/01/20/die-heilige-familie

Für engagierte Gleichstellungspolitik statt religiös-ideologischer Kritik

Stellungnahme zur Kritik des AK Christinnen/Christen in der SPD Heidelberg/Rhein Neckar an dem Antrag der Jusos zum Landesparteitag 2013 in Reutlingen „Konservative Familienbilder aufbrechen – Moderne Familienpolitik gestalten!“

http://www.christen.bawue.spd.de/index.php?nr=73151&menu=1

Die Kritik des AK Christinnen/Christen am Antrag der Jusos problematisiert auf ungerechtfertigte Weise die Forderung nach gesetzlicher und rechtlicher Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Sie zeigt auf, dass die Aktiven eine Privilegierung bestimmter religiös tradierter Familien- und Rollenbilder vertreten und sich auf ein „christliches Menschenbild“ berufen, das eher einer religiös-ideologischen Vereinfachung entspringt. Schließlich lassen sich in der europäischen Religionsgeschichte weder ein einheitliches Christentum noch das eine christliche Menschenbild feststellen.

Laizist/innen fordern religionspolitische Konsequenzen im Fall des Skandalbischofs Tebartz-van Elst

Die Vorfälle in Limburg sind aus Sicht der sozialdemokratischen Laizist/innen keine Privatangelegenheit der katholischen Kirche, da die Finanzierung der Baumaßnahmen mit staatlichen Mitteln und steuerlichen Geldern zu Buche schlägt.

Bemängelt werden vor allem fehlende Transparenz, innerkirchliche wie staatliche Kontrolle und ein religionspolitisches Versagen hinsichtlich der kritischen Bewertung von Staatsleistungen an die Kirchen.

Wir fordern eine Reform der staatlichen Verträge mit den Kirchen, die Beschränkung der Finanzierung sowie eine Gleichbehandlung aller Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. „Versteckte Leistungen“ wie die staatliche Baufinanzierung, Personalkostenübernahme und Sachmittelerstattungen sind zu beenden.

PLimburgressemitteilung der sozialdemokratischen Laizist/innen:

PM SPD Laiz Limburg Tebartz-van Elst

Laizist*innen in der SPD Heidelberg unterstützen Lothar Binding

Unser Bundestagskandidat für Heidelberg-Weinheim hat die Unterstützung des AKs der
Laizist*innen in der SPD Heidelberg, denn er  tritt für die Gleichheit dePortrait Nr8r Religions- wie Weltanschauungen sowie die Religionsfreiheit ein.

Lothar Binding hatte gegen das Gesetz der Bundesregierung zur Straffreiheit der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen gestimmt. Mit diesem Gesetz ist nicht nur eine angemessene Abwägung von Grundrechten der Würde des Menschen, des Kindeswohls sowie der Unverletztlichkeit der Person unterblieben, sondern
ebenso eine Diskussion über religiöse Praktiken sowie deren Vereinbarkeit mit diesen.

Wir schätzen Lothar Binding als kritischen Abgeordneten und Gesprächspartner, der sich für eine zukunftsgewandte Religions- wie Weltanschauungspolitik in einer säkularen, multireligiösen und pluralen Gesellschaft einsetzt.