FAQ – (AK) Laizismus

Was bedeutet eigentlich „Laizismus“?

Laizismus ist eine geistige und politische Strömung, die vor allem im 19. Jahrhundert für eine strikte Trennung von Staat und Kirche respektive Staat und Religion eingetreten ist. Wir verstehen hierunter ein geistiges Erbe, das durch politisches Handeln neu zu gestalten ist. Religion und Politik sowie Staat und Religion sind zu trennen.

Sind Laizist/innen antireligiös?

Nein – Religionen sind ein kultureller Bestandteil der Gesellschaft und wir sind für eine anerkennende Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Religionsfreiheit in negativer wie positiver Form ist ein hohes Gut, das sich am besten in einem säkularen und pluralen Staat mit laizistischer Politik verwirklicht.

Sind Laizist/innen antikirchlich?

Nein – Eine mögliche Sozial- oder Organisationsform „Kirche“ bleibt der jeweiligen Religionsgemeinschaft überlassen. Wir wenden uns allein gegen ein privilegierendes Verhältnis bestimmter Religionsgemeinschaften und deren Funktionsträger. Im besten Sinne sind wir höchstens antiklerikal.

Ist Laizismus eine Weltanschauung?

Wir möchten einen europäisch-deutschen Laizismus vertreten, der sich auf die politischen Verhältnisse und das politische Handeln ausrichtet. Es geht um konkrete Verhältnisse in Bildung, Ökonomie, Recht sowie der Kultur. Wir verstehen unter Laizismus politische Interessen und keinen weltanschaulichen Gesamtentwurf.

Wer ist Laizist/in?

Eingeladen sind alle Sozialdemokrat/innen, aber auch Sympathisanten und kritische Menschen, gleich ob sie religiöse, konfessionsfreie, humanistische, agnostische oder atheistische Überzeugungen haben. Entscheidend ist das Eintreten für laizistische Politik.

Weshalb sozialdemokratische Laizist/innen?

Die SPD hat sich als älteste deutsche Partei erst auf dem Parteitag in Bad Godesberg 1959 von ihrer laizistischen Tradition losgesagt. Der Kampf der deutschen Arbeiterbewegung und ihrer Vertreter war auch ein Kampf für eine Befreiung von religiöser Bevormundung, staatlicher Amtskirche sowie dem Missbrauch von Religion als Unterstützungsideologie der Ausbeutung der Arbeiterklasse.

Wir möchten angesichts der Herausforderungen der säkularen, multireligiösen und pluralen Gesellschaft, dass sich die SPD wieder ihrer laizistischen Tradition besinnt und diese zukunftsfähig weiterentwickelt.

Machen Sie mit – wir freuen uns auf Sie!

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